Was ist der "Philip C. Jessup International Law Moot Court"?

Der Philip C. Jessup International Law Moot Court ("Jessup") ist der größte und älteste internationale Wettbewerb auf dem Gebiet des Völkerrechts mit etwa 1.500 Student*innen als Teilnehmern*innen von über 700 Universitäten aus etwa 100 Ländern. Beim „Jessup“ Moot Court vertreten Studierende in einem vier- bis fünfköpfigen Team zwei Parteien ­­- fiktive Staaten - in einem simulierten Rechtsstreit und in englischer Sprache. Dazu erarbeiten sie gemeinschaftlich in sechsmonatiger Arbeit Schriftsätze für beide Seiten des Verfahrens. Das bedeutet, dass sowohl die Schriftsätze der Kläger-, als auch der Beklagtenseite verfasst werden.

Im Anschluss an diese Schriftsatzphase treten dann zunächst die Teams der teilnehmenden deutschen juristischen Fakultäten in einem Wettbewerb gegeneinander an. Im kommenden Jahr finden die nationalen Vorausscheidungen in Göttingen statt. Die erbrachten Leistungen der Studierenden in diesen sog. "National Rounds" werden von "judges", also Praktikern, Richter*innen und Professor*innen im Völkerrecht anhand ihrer Überzeugungskraft und rechtlichen Expertise in der fiktiven Gerichtsverhandlung bewertet. Die überzeugendsten Teams des Wettbewerbs qualifizieren sich für die Teilnahme an den "International Rounds" in Washington, D.C. Dort verhandeln sie gegen Teams aus aller Welt. Die Gerichtsverhandlungen laufen nach den Verfahrensregeln des internationalen Gerichtshofes in Den Haag ab.

Der Philip C. Jessup International Law Moot Court am Walther-Schücking-Institut für internationales Recht in Kiel

Auch an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist der Philip C. Jessup International Law Moot Court ist eine etablierte Institution. Das lokale Team wird alljährig am Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht betreut, u.a. mit intensivem Coaching von Mitarbeiter*innen des Instituts, dem Bereitstellen von geeigneten Arbeitsräumen sowie der Benutzung der Völkerrechtsbibliothek.

Für die teilnehmenden Student*innen bedeutet der Moot Court eine sechsmonatige intensive Arbeit an völkerrechtlichen Fragestellungen in einer kleinen Gruppe von gleichgesinnt Interessierten. Zwar erfordert die Teilnahme einen "Ausstieg" aus dem regulären Uni-Alltag dafür ermöglicht sie einen umfassenden Einblick in die Welt des Völkerrechts und der dort arbeitenden Anwälte.

Die Kieler Teams blicken auf eine lange und erfolgreiche Teilnahmetradition  zurück. Von 1989 bis 1996 gewannen die Kieler Teams die deutschen Ausscheidungen, zudem wurden Preise für das weltbeste Plädoyer und die besten europäischen Schriftsätze gewonnen. 2006 hat das Kieler Team den 1. Platz weltweit für den Schriftsatz der Beklagtenseite und den 3. Platz weltweit für den Schriftsatz der Klägerseite gewonnen, 2007 wurde das Halbfinale auf nationaler Ebene erreicht. In den Jahren 2012 und 2016 gewann das Kieler Team den Spirit of the Jessup Award.

Diese positiven Ergebnisse sind einem große Interesse unserer teilnehmenden Student*innen an völkerrechtlichen Themen und einem hohen persönlichen Einsatz zu verdanken.

Weitere Informationen über die Entstehungsgeschichte des Philip C. Jessup International Law Moot Court sowie alle wichtigen Daten für die internationalen Ausscheidungen sind auf der Website der Internatinonal Law Student Association (ILSA) abrufbar, welche den Moot Court alljährlich ausrichtet.

Was sind die Themen des Jessup Moot Courts 2020?

Soviel ist bisher bekannt: es werden vier diverse Themen zu unterschiedlichen völkerrechtlichen Teilrechtsgebieten (u.a. wohl Menschenrechte, humanitäres Völkerrecht, Friedenssicherungsrecht, Völkerstrafrecht und noch viele mehr …) behandelt. Angekündigt für den im September erscheinenden Fall sind Stand Mai 2019 folgende Themen:

  • autonome Waffensysteme
  • die Verantwortlichkeit von Staatsoberhäuptern für Kriegsverbrechen
  • Litigation und...
  • ...es wird - noch nicht näher spezifiziert – auch um eine Mauer in dem kommenden Fall gehen

 

Interesse bekommen?

Ansprechpartner

Coach: Henning Büttner (jessupteam@wsi.uni-kiel.de)

 

Bewerbungen bis zum 10.6.2019 an: jessupteam@wsi.uni-kiel.de