Lehre - Völkerrecht studieren in Kiel

ITLOS-Besuch

Ein Highlight in der Lehre: Besuch beim ITLOS in Hamburg 2018

Völkerrecht in Kiel zu studieren ist schon etwas Besonderes. Die CAU ist nicht nur die nördlichste Universität in Deutschland, die Rechtswissenschaften anbietet - das Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht ist das älteste und wohl auch bekannteste deutsche Völkerrechtsinstitut überhaupt. Als "Institut für Internationales Recht" wurde es 1914 gegründet und 1995 zur Erinnerung an seinen berühmten früheren Direktor und Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof, der sich dem Gedanken der internationalen Friedensordnung und Völkerverständigung verbunden fühlte, in "Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht" umbenannt. Das Schwergewicht der Forschung am Institut liegt heute auf den Gebieten des Völkerrechts (insbesondere Grundlagenforschung, Menschenrechtsschutz, Kultur-, Sicherheits-, Umwelt- und Seerecht), des Europarechts und der Verfassungsvergleichung.

In der Lehre ist das Institut vor allem im juristischen Schwerpunktbereich "Völker- und Europarecht" tätig. Seit dem WS 2011/2012 trägt das Institut zusätzlich den interdisziplinären Master-Studiengang "Internationale Politik und Internationales Recht" mit.

Das Völker- und das Europarecht gehören zu den Rechtsgebieten, deren Bedeutung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Es gibt mittlerweile kaum einen Lebensbereich, der keine europäische oder gar weltweite Dimension aufweist. Rein innerstaatliche Probleme, die mit Hilfe des nationalen Rechts gelöst werden könnten, existieren kaum noch. Stichworte wie Umweltschutz, Klimawandel, Handelsbeziehungen, Finanzmärkte, Verkehr, Nuklearwaffen, Pandemien, Tourismus, Migration, Flüchtlinge, Terrorismus, organisierte Kriminalität oder Internet genügen schon, um die neue globale Realität zu verdeutlichen. Ohne Kenntnisse des Völker- und des Europarechts, der einzigen Rechtsgebiete, die der europa- und weltweiten Dimension der heutigen Probleme Rechnung tragen, lassen sich die moderne Welt und das staatliche Handeln nicht mehr verstehen. Unabhängig davon, in welchem Rechtsbereich man später tätig sein wird – völker- und europarechtliche Kenntnisse sind für den modernen Juristen unabdingbar.

 

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Institut über die reguläre Lehre hinaus der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, und zwar bereits während des juristischen Studiums. So wird alljährlich das Kieler Team bei seiner Teilnahme an der Philip C. Jessup International Law Moot Court Competition intensiv unterstützt. Unter dem Namen "Völkerrechtliche Tagesthemen" wird in jeder Vorlesungsperiode ein Vortrags- und Diskussionsforum zu aktuellen völker- und europarechtlichen Fragestellungen angeboten. Ferner fördert das Walther-Schücking-Institut den wissenschaftlichen Austausch durch das am Institut angesiedelte ERASMUS- und LL.M.-Büro der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und beteiligt sich an der Referendarausbildung. Zahlreiche in- und ausländische LL.M.-Studierende und Doktoranden werden im Hause betreut.