Team 2019

Der Philip C. Jessup International Law Moot Court feierte dieses Jahr sein 60-jähriges Bestehen. 1959 begründet, ist er der teilnehmerreichste und älteste völkerrechtliche Moot Court weltweit. Etwa 1.500 Studierende von über 700 Universitäten nehmen jährlich daran teil, so auch das Walther-Schücking-Institut (WSI) für Internationales Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Vorbereitungen

Am 15. September 2018 veröffentlichte die International Law Students Association (ILSA) den letztjährigen Sachverhalt. The Case Concerning the Kayleff Yak betraf eine Streitigkeit zwischen den beiden fiktiven Staaten Aurok (Applicant) und Rakkab (Respondent). Streitgegenstand war eine Herde grenzüberschreitend migrierender und „majestätischer“ Yak.

Der Fall hielt viele aktuelle völkerrechtliche Probleme bereit, so u.a. die Staatenverantwortlichkeit für von Unternehmen verursachte Umweltschäden, die kommerzielle Nutzung traditionellen Wissens indigener Völker und die Verletzung kultureller und religiöser Menschenrechte.

Grundsätzlich setzt sich der Wettbewerb aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen – ganz wie ein „echtes“ Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Insbesondere die Zeit bis zur Abgabe der Schriftsätze Anfang Januar war sehr intensiv und ließ uns als Team eng zusammenwachsen.

Nach einer kurzen „Verschnaufpause“ bereiteten wir uns dann auf den zweiten Teil, die mündlichen Verhandlungen, vor, die Ende Februar stattfanden. Neben weiteren Recherchen übten und verfeinerten wir unsere Plädoyers vor wechselnden „Probe-RichterInnen“. Dabei waren uns vor allem die MitarbeiterInnen und FreundInnen des Walther-Schücking-Instituts eine große Unterstützung. Für zwei Intensiv-Trainings fuhren wir jeweils ein paar Tage in das mit der juristischen Fakultät verbundene Otto-Bagge-Kolleg in Sehlendorf, wo wir nicht nur Vieles gelernt haben, sondern auch viel Spaß hatten.

Kurz vor Beginn des Wettbewerbs hatten wir dann zwei Mal die Gelegenheit, außerhalb des gewohnten Umfeldes zu verhandeln. Die erste Generalprobe in der Kanzlei Dres. Ruge Purrucker Makowski RPM war für uns eine tolle Möglichkeit unser Können zu testen. Eine zweite, öffentliche Generalprobe fand in den Räumlichkeiten des Walther-Schücking-Instituts statt. Wir möchten uns sehr herzlich bei den Rechtsanwälten Herrn Lück, Herrn Dr. Vahl sowie Frau Dr. Bork, Richterin am OVG, als auch bei Frau Prof. von der Decken, Herrn Prof. Becker und Frau Wiebke Staff für diese wertvollen und lehrreichen Gelegenheiten, für ihre Zeit, ihr Engagement und ihr wertvolles Feedback bedanken.

National Rounds 20. – 24. Februar 2019

Die Anreise nach Hamburg gestaltete sich für uns glücklicherweise recht kurz – Mittwochmittag bezogen wir unsere Ferienwohnung, damit wir uns dort weiterhin gemeinsam auf die anstehenden Verhandlungen der nächsten Tage vorbereiten konnten. Am Mittwochabend wurden die nationalen Vorrunden bei einem Empfang in der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek feierlich eröffnet. Im Anschluss haben wir voller Vorfreude die Schriftsätze unserer KonkurrentInnen entgegengenommen.

Die deutschen Runden fanden sowohl im Rechtshaus der Universität Hamburg als auch in den Räumlichkeiten der Bucerius Law School statt. Am Donnerstagvormittag traten wir dann in unserem ersten Pleading gegen das Applicant Team der Hertie School of Governance aus Berlin an. Nachmittags hatte unser Applicant seine erste Verhandlung gegen das Team der Universität Bonn. Am Freitag folgten Begegnungen mit dem Respondent Team der Bucerius Law School aus Hamburg und dem Applicant Team der Universität Leipzig.

Das Announcement-Dinner, bei dem verkündet wurde, welche Teams sich für das Achtelfinale qualifiziert hatten, fand an der Bucerius Law School statt. Leider wurde unsere Teamnummer dabei nicht genannt. Obwohl die Enttäuschung groß war, hatten wir auf der darauffolgenden Party viel Spaß.

 

Am Samstag verfolgten wir das Finale zwischen den Teams der Universität Hamburg und der Hertie School of Governance mit Spannung. Wir gratulieren den beiden Finalisten-Teams herzlich zu ihrer tollen Leistung! Beim abschließenden Championship Dinner im Restaurant Parlament Hamburg hatten wir noch einmal die Gelegenheit mit den anderen Teams und RichterInnen in entspannter Atmosphäre zusammenzukommen und die Jessup-Erfahrung gemeinsam ausklingen zu lassen. 

Fazit

Der Jessup war eine unglaublich anspruchsvolle Zeit, die wir so schnell nicht vergessen werden. Sechs Monate Zusammenarbeit hat uns zusammengeschweißt und sehr viel Spaß gemacht. Die Teilnahme am Jessup Moot Court ist eine unvergleichliche Erfahrung, die so im Jurastudium sonst nicht möglich ist. Wir konnten uns umfassend mit verschiedensten Thematiken des Völkerrechts beschäftigen und haben dadurch enorm an fachlichem Wissen dazugewonnen. Darüber hinaus haben wir viele spannende Menschen kennengelernt – Studierende aus ganz Deutschland sowie VölkerrechtsexpertInnen aus Forschung und Praxis.

Für dieses einmalige Erlebnis sind wir sehr dankbar. Unser besonderer Dank richtet sich an unsere einzigartigen Coaches Liv Christiansen, Nikolaus Koch, Alena Kunstreich und Lea Paustian. Was wären wir ohne euch! Ihr hattet nicht nur immer eine offene Tür und ein offenes Ohr, sondern habt uns dank eurer immerwährenden Unterstützung und euren zahlreichen Motivationsreden auch durch die etwas schwierigeren Zeiten manövriert – ihr seid schlichtweg unbezahlbar.

Weiterhin bedanken wir uns ganz herzlichen bei den DirektorInnen und allen MitarbeiterInnen des Walther-Schücking-Instituts, die uns in so vielfältiger Weise bei der Vorbereitung unterstützt haben. Danke, liebe WSI-Familie!

 

Team 2019

Das Team 2019
V.l.n.r.: Nikolaus Koch (Coach), Maximilian Jacob,
Lilo Rösch, Liv Christiansen (Coach), Nele Danschacher,
Alisa Kerschbaum, Alena Kunstreich (Studentcoach),
Alexander Grimmig, Lea Paustian (Studentcoach).