Was ist der "Philip C. Jessup Moot Court"?

Der Philip C. Jessup Moot Court ist der größte und älteste internationale Wettbewerb auf dem Gebiet des Völkerrechts. 1959 wurde er von Studenten der Harvard und Columbia University wie auch der University of Virginia gegründet. Seitdem organisiert ihn die International Law Students Association (ILSA). Heute nehmen an ihm etwa 1.500 Studentinnen und Studenten von über 500 Universitäten aus etwa 80 Ländern teil.

Der Begriff "Moot Court" kommt aus dem Englischen und bezeichnet Wettbewerbe, in denen Studenten in fiktiven Rechtsstreitigkeiten die Rolle von Anwälten übernehmen.

In Deutschland noch wenig etabliert, sind Moot Court Wettbewerbe im anglo-amerikanischen Raum fester Bestandteil jeder juristischen Ausbildung. Zunehmend setzt sich jedoch auch in Deutschland die Erkenntnis durch, dass das Erlernen von Argumentationstechniken und freier Rede für angehende Juristen unabdingbar ist.

Unter den verschiedenen internationalen juristischen Wettbewerben ist der "Philip C. Jessup Moot Court", der größte und älteste internationale Wettbewerb auf dem Gebiet des Völkerrechts. Er ist benannt nach dem bekannten amerikanischen Völkerrechtsgelehrten und ehemaligen Richter am internationalen Gerichtshof in Den Haag. Er vereint jährlich etwa 1.500 Studenten von 500 juristischen Fakultäten aus 80 Nationen.

Die Teilnehmer arbeiten in englischer Sprache Schriftsätze zu einem Fall aus dem Bereich des Völkerrechts aus und streiten dann in einer Scheingerichtsverhandlung mit anwaltlichen Plädoyers für die Interessen der fiktiven Länder, die sie vertreten. Diese Gerichtsverhandlungen laufen nach den Verfahrensregeln des internationalen Gerichtshofes in Den Haag ab.

Die nationalen Vorausscheidungen finden dieses Jahr in Kiel statt.

Je nach Gesamtteilnehmerzahl dürfen die zwei oder drei besten Teams der nationalen Vorausscheidungen im März/April eines jeden Jahres an der internationalen Ausscheidung in Washington, D.C., den sogenannten "International Rounds", teilnehmen.

Weitere Informationen über die Entstehungsgeschichte des Philip C. Jessup Moot Court sowie alle wichtigen Daten für die internationalen Ausscheidungen sind auf der Website der Internatinonal Law Student Association (ILSA) abrufbar, welche den Moot Court alljährlich ausrichtet.

Der "Philip C. Jessup Moot Court" in Kiel

Bereits seit einigen Jahren beteiligen sich Kieler Jurastudenten regelmäßig an den Wettbewerben dieses Moot Courts, und das mit großem Erfolg: Von 1989 bis 1996 gewannen die Kieler Teams die deutschen Ausscheidungen, zudem wurden Preise für das weltbeste Plädoyer und die besten europäischen Schriftsätze gewonnen. 2006 hat das Kieler Team den 1. Platz weltweit für den Schriftsatz der Beklagtenseite und den 3. Platz weltweit für den Schriftsatz der Klägerseite gewonnen, 2007 wurde das Halbfinale auf nationaler Ebene erreicht. 2012 und 2016 gewann das Kieler Team den Spirit of the Jessup Award.

Dieser positiven Bilanz gehen ein großes Interesse an völkerrechtlichen Themen und ein hoher persönlicher Einsatz seitens der teilnehmenden Studenten voraus. Für die Studenten bedeutet die Teilnahme an diesem Moot Court eine sechsmonatige intensive Arbeit an völkerrechtlichen Fragestellungen und über diese Zeit einen "Ausstieg" aus dem regulären Uni-Alltag.

Interesse bekommen?

Ansprechpartner

WissMit. Felix Telschow