Forschungsseminar „Völkerrecht in Kiel“

Aus Anlass der 100-Jahr-Feier des Walther-Schücking-Instituts war das völkerrechtliche Seminar von Prof. Dr. Andreas von Arnauld im Sommersemester 2014 einer historischen Rückschau auf Forschung, Lehre und Praxis des Völkerrechts in Kiel gewidmet. Es fand in der Form eines Forschungsseminars statt und verstand sich als Beitrag zum forschenden Lernen. Im Mittelpunkt stand die selbständige Forschungsleistung der Studierenden zu Themen, die in der Sekundärliteratur bislang größtenteils kaum aufgearbeitet sind, und damit ein originärer studentischer Beitrag zur historischen Rechtswissenschaft. Durch einen Workshop zu Beginn erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die Methoden (rechts-)geschicht­lichen und biographischen Arbeitens; die Dozenten des Workshops – Prof. Dr. Rudolf Meyer-Pritzl, Kiel (Einführung in rechtsgeschichtliche Methoden) und PD Dr. Christian Klein, Wuppertal (Einführung in die wissenschaftliche Biographik) – standen für methodische Anfragen im Rahmen des Forschungszeitraums zur Verfügung. Nach dem Blockseminar, das vom 18. bis 20. Juli 2014 in Sehlendorf stattfand, haben die Studierenden bei der Ausarbeitung ihrer Studie zu einer wissenschaftlichen Publikation begleitet ("publication clinic" mit Textkritik in Beratungsgesprächen und Gruppendiskussion). Intensives und individuelles Feedback und eigene Textarbeit haben die Studierenden über die Phase der Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse hinaus an deren Darstellung und Verbreitung herangeführt. Die Arbeiten wurden als Sammelband in der Schriftenreihe des Walther-Schücking-Instituts publiziert. Band und Forschungsergebnisse wurden von den Autorinnen und Autoren 2015 im Rahmen des 350-jährigen Universitätsjubiläums präsentiert.

Die Teilnahme stand neben Studierenden der Rechtswissenschaft auch Studierenden anderer Fachrichtungen offen und wandte sich namentlich auch an Studierende des interdisziplinären Masterstudiengangs "Internationale Politik und internationales Recht" an der CAU. Nach Maßgabe freier Kapazitäten konnten auch Doktorandinnen und Doktoranden und andere interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einbezogen werden.

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Themenübersicht

I. Institutionelles

  1. Akademische Lehre des Völkerrechts im 17. und 18. Jahrhundert
  2. Akademische Lehre des Völkerrechts im 19. Jahrhundert
  3. Die Kaiserliche Marine-Akademie
  4. Die Gründungsphase des Instituts (Seminars) für Internationales Recht
  5. Das Institut für Internationales Recht im Nationalsozialismus
  6. Das Institut für Internationales Recht in der Nachkriegszeit

II. Biographisches

  1. Theodor Niemeyer
  2. Heinrich Triepel
  3. Walther Schücking
  4. Hermann von Mangoldt
  5. Georg Dahm
  6. Eberhard Menzel
  7. Im Schatten – aus dem Schatten: Walter Schoenborn und Viktor Böhmert

III. Bibliographisches

  1. Das „Kriegsarchiv des Völkerrechts“
  2. Niemeyers Zeitschrift für Internationales Recht
  3. Jahrbuch für Internationales Recht / German Yearbook of International Law
  4. Schriftenreihen des Instituts für Internationales Recht
  5. Die Bibliothek des Instituts für Internationales Recht

IV. Thematisches

  1. Seerecht in Kiel
  2. Rechtsfragen von Krieg und Frieden
  3. „Weltinnenrecht“

V. Historische Schlaglichter

  1. 14. Januar 1814: Frieden von Kiel
  2. 6. Januar 1917: Gründung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht
  3. 14. November 1936: Verstaatlichung des Nord-Ostsee-Kanals
  4. 1. April 1939: Carl Schmitts Vortrag: „Völkerrechtliche Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte“
  5. November 1963: Wahl Eberhard Menzels zum Rektor der Universität Kiel
  6. März 1999: Kieler Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht